Freitag, 3. November 2006

Wo die Welt noch in Ordnung ist

Castelrotto im Südtirol bzw. im Alto Adige ist die Heimat der Kastelruther Spatzen. Ich hab sie noch nie gehört und würde jeden Umweg in Kauf nehmen um ihnen aus dem Weg zu gehen. Aber Erfolg bleibt Erfolg. 16 Millionen Platten haben sie verkauft und 110 goldene Schallplatten erhalten.
Auch wenn man Musik und Stil der Spatzen nicht mag, (volkstümliche Musik sei das nicht, sondern "Schlager in Trachten" beschreibt es Thomas Schulz in spiegel-online heute) ihre Geschichte und ihr Erfolg sind interessant, da sie offensichtlich mit den wirtschaftlichen und sozialen Umständen ihrer Fans zusammenhängen:
"Es sind nicht nur die Alten, die Rentner, die Heimatverliebten, wie es dem Klischee der Volksmusikfans entspricht, sondern die Verunsicherten, Beunruhigten, einfaches Glück Herbeisehnenden." ... "Die Leute kommen zu uns, weil sie hier abschalten können...Und weil es den Leuten im Hartz-IV-Land schlechtgeht", sagt einer der Sänger.
Typisch für die volkstümliche Musik sei auch ihre Abgeschlossenheit, schreibt Thomas Schulz weiter:
"In dem Mikrokosmos mit eigenen Zeitschriften, Radiosendern und TV-Shows gibt es fast keine Schnittmengen mit der Popkultur. Selbst der Boulevard interessiert sich nur, wenn etwa Patrick Lindner mit seinem Ex-Lebensgefährten um das adoptierte Kind streitet."
Es sei wie ein Stigma, das sich alle Volksmusikanten und Schlagerbands teilen, die Strafe für Lieder, die sich meist nur um himmlische Gefühle, großes Verlangen, zärtliche Abenteuer drehen. "Das ständige Belächeltwerden, die Häme, die fehlende breite Anerkennung. Das Kichern der Popstars und Plattenmanager, das jedes Mal bei der Echo-Verleihung durch den Saal geht, wenn die Kastelruther Spatzen wieder einmal den wichtigsten deutschen Musikpreis verliehen bekommen."
Irgendwie erinnert mich das Ganze an den Spott, den die "Qualitäts", "Elite" oder "A-Blogger" gerne über die anderen Blogs ausschütten, über die Katzenblogs und noch viel schlimmer, über die Strickblogs!

Mittwoch, 1. November 2006

Ein Edles Ding

Bis vor wenigen Jahren war Beton das Un-Material schlechthin und schuld an der "Unwirtlichkeit" der Städte. Die Ansicht hat sich mittlerweile gewandelt und es gibt Gegenstände aus diesem Werkstoff, so schön verabeitet und mit edlen Materialien kombiniert, dass man sie gerne in die Wohnung stellen mag.
Wie diese Schalen aus hellem oder dunklem Beton, innen vergoldet oder versilbert.
schale_klein01

Hier gibt es ein etwas urwüchsigeres Modell zu sehen.

Dienstag, 31. Oktober 2006

Integrationswoche in Winterthur

integrationswoche

Zusammen kommen, sich begegnen, ist das Motto der Integrationswoche, die gestern in Winterthur begonnen hat. Sie wird bis zum 5. November dauern. Ein reichhaltiges tägliches Programm von türkischen Wortschatzübungen, Tag der offenen Tür in einer Moschee, tamilischen Geschichten oder afrikanischer Kultur macht einem die Wahl schwer.

Montag, 30. Oktober 2006

Zeitenwende

Ich liebe die Zeitumstellung. Auch wenn verschiedentlich geklagt wird, dass sie "eigentlich nichts" bringt, mir bringt sieein Stück Lebensqualität. Erstens wird mir das Phänomen Zeit immer wieder bewusst, wenn ich mich frage: ist es jetzt später als gestern um die gleiche Zeit oder früher? Ist es früher dunkel oder früher hell? Darf ich eine Stunde länger schlafen oder früher aufstehen?
Zweitens habe ich mit der Winterzeit jeden Tag eine Stunde gewonnen, es ist am Morgen früher hell und ich kann meine frühen Waldläufe wieder aufnehmen. Bisher war es so dunkel im Wald, dass ich kaum die Wege gesehen habe. Und jetzt kann ich die Morgenröte wieder erleben. Schön.

morgen1

morgen2

Samstag, 28. Oktober 2006

Schweizer "Qualitätsblogs"

Vor wenigen Tagen wurde der Verein Swissblogpress gegründet. Heute, meine Lieblings- Abendzeitung, hat am Freitag ein Interview mit dem Co-Präsidenten gebracht, Titel: "Wir sind elitär". Es gehe nicht um den Kommerz hat der Co gemeint, aber wohl um die Qualität. Mit den 13 Blogs, die diesen Verein ausmachen, seien schon alle in Frage kommenden Blogs beteiligt. "Trotzdem darf jeder ein Aufnahmegesuch stellen." Wie schön und wie grossmütig. Aber schon kommt die Bedingung: "Die Blogs sollen sich auf ein Thema fokussieren und nicht einfach Gedanken verwursteln." Aha!
Vielleicht ist sich diese Wilde 13 selbst noch nicht so klar über ihre Ziele oder wie man sie erreicht: " ...wie funktioniert eigentlich dieses Qualitäts-Bloggen?" fragt einer der Mitgliedsblogs am 26.10.

NB Falls sich jemand zum Qualitätsblogger berufen fühlt, aber noch Nachhilfestunden braucht um die Aufnahmekriterien zu erreichen, kann er /sie sich bei swissbloggus Rat und Hilfe holen.

Müll auf hohem Niveau

Justin Gignac verkauft Müll. Selbstgesammelten und handverlesenen Müll aus New York. Er füllt ihn, sorgfältig arrangiert, in Plastikwürfel, die dann geruchdicht und tropfdicht versiegelt werden.

garbage
Jeder Würfel ist ein Unikat und ist datiert, signiert und nummeriert. Über 700 Würfel hat Gignac bisher verkauft.
Limitierte Stücke für 100 Dollar (inklusive Versand weltweit), gibt es mit Abfall von der Eröffnung des Yankee-Stadiums in New York im April dieses Jahres. Auch von der National Convention der Republikaner im Madison Garden 2004 sind noch Müllwürfel zum Spezialpreis von 50 Dollar erhältlich.
Pressestimmen: "Anyone who can convince people to buy prepacked garbage is either a genius or works for Disney."
.

Freitag, 27. Oktober 2006

Only a mouse click away

Ich suche für einen Vortrag den Ursprung des geflügelten Wortes "only a mouse click away". Googeln bringt mir ungefähr 99 500 Einträge. Es ist schon erstaunlich, was "only a mouse click away" ist: Neo Nazis, Asiatische Kunst, oder das Forum Wellpappe
Ich wüsste aber gerne, wer diesen Slogan geprägt hat. Irgendwelche Vermutungen?

Server nicht gefunden

Ein "offener Brief " an Cablecom auf blogg.ch spricht mir aus der Seele, auch wenn ich einen grossen Teil der Fachausdrücke nicht verstehe:
"Wie man sieht, hat Cablecom ein substanzielles Problem. Denn jeder normale Hispeed Kunde merkt inzwischen, dass es mit der Qualität des Cablecom Backbones nicht mehr weit her ist. Ihre Pressestelle gibt das inzwischen auch unumwunden zu."
Laut NZZ sieht es so aus:
"Für Schweizer Cablecom-Kunden bedeutet das aber, dass ihre Daten nun über internationale Exchange-Plattformen geleitet werden und einen Umweg über Amsterdam oder New York machen, auch wenn sie nur für das Nachbardorf bestimmt sind. Dadurch erhöhen sich Latenzzeiten, die Service-Qualität verschlechtert sich. Die Cablecom-Sprecherin bestätigt, dass es um die Qualität der Internetverbindungen derzeit schlecht bestellt sei, man setze aber alles daran, diese Probleme zu beseitigen."
Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube, die Meldungen "Server nicht gefunden" nehmen ständig zu, aus eigener Erfahrung weiss ich aber, dass Reklamationen bei Cablecom meist irgendwo im Sand verlaufen.

Donnerstag, 26. Oktober 2006

Schutzpatron der Surfer

Bei meiner Suche nach religiösem Kitsch bin ich auf etwas gestossen, das die Internetgemeinde interessieren könnte. Eine Plakette des Heiligen Isidor, die man am Monitor anbringen soll.

isidor

Vor einiger Zeit sprach man nämlich im Vatikan davon, den Heiligen Isidor von Sevilla als den Schutzheiligen des Internets zu ernennen. Isidor sollte die Surfer auf ihrer Reise durch das Web beschützen. Er war ein Kirchengelehrter und lebte zwischen 560 und 636 in Spanien.
Warum St. Isidor? Vielleicht deshalb, weil Isidor die Etymologiae, eine 20bändige Enzyklopädie mit 448 Kapiteln geschrieben hat, die offenbar alles enthielt, Weltliches und Kirchliches, das die Menschen zu seiner Zeit als wichtig und wissenswert betrachteten. So zum Beispiel die erste Weltkarte, die darstellt, wie die Welt unter den drei Söhnen Noahs, Sem, Ham und Japhet aufgeteilt war.

9_erste_weltkarte
Aus einer 1472 in Augsburg gedruckten Ausgabe der Etymologiae.

Mittwoch, 25. Oktober 2006

Einfach schön

Meadowbowl

Ein Gefäss in freier Maschinenstickerei auf wasserlösliches Gewebe gestickt. Etwa 10 cm Durchmesser.
Von Anne Honeyman textile artist & embroidery designer

Dienstag, 24. Oktober 2006

"Schnürlischrift"

Die Herbstferien sind vorbei und die Zweitklässler haben eine neue Hürde in Angriff genommen. Sie lernen die "Schnürlischrift".
schnuerlischrift
Mit Begeisterung sind sie an der Sache. Es ist interessant zu sehen mit welchen didaktischen Kunstgriffen die Kinder in diese Kulturtechnik eingeführt werden.

Montag, 23. Oktober 2006

Jacob-Grimm-Preis für Günter de Bryn

Für seine Verdienste um die deutsche Sprache hat der achtzigjährige Günter de Bryn den Jacob-Grimm-Preis erhalten.
Darüber freue ich mich, denn ich habe den Schriftsteller De Bryn vor zehn Jahren zufällig entdeckt und an der Universität Bern persönlich kennengelernt. Von seinem Buch "Vierzig Jahre. Ein Lebensbericht", war ich beeindruckt. "De Bryn erzählt sein Leben farbig, lebendig und fesselnd, aber erprüft dabei auch sein Handeln und Unterlassen als Bürger eines diktatorischen Staates gewissenhaft und ohne Schonung für sich selbst." So der Klappentext des Buches.
Auch in "Buridans Esel" und in "Märkische Forschungen" gefiel mir "das spezifische Pathos zurückgenommenen Sprechens", wie es Sibylle Cramer zum 70. Geburtstag des Schriftstellers in der NZZ formuliert. (Wahrheitsgetreu Bericht zu geben. Der Schriftsteller Günter de Bryn wird siebzig. NZZ 1.11.1996)

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